Wir freuen uns, Ihnen unseren Tätigkeitsbericht 2021 vorzulegen. Das Jahr war erneut geprägt von der Pandemie und der finanziellen Unterstützung der als Härtefall eingestuften Walliser Unternehmen. Unter ihrer neuen Identität präsentiert Wirtschaftsförderung Wallis ihren Bericht in dynamischer Form und ausschliesslich online. Dies entspricht der neuen visuellen Wende, die unsere Einheit vollzogen hat, um den Erwartungen der Walliser Wirtschaft bestmöglich gerecht zu werden. Auf dieser Seite beleuchten wir die wichtigsten Aktivitäten der kantonalen Wirtschaftsförderung. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Inhalt

Wichtige Kennzahlen 2021

6.9%

Wachstum des Walliser BIP

CHF 210 Millionen

A-fonds-perdu-Hilfen während der Pandemie

83

Administrative Unterstützungen für Walliser Unternehmen

82

Unternehmen profitierten von Innovations-förderung

CHF 168 Millionen

Zahlungsverpflichtungen gegenüber 472 Unternehmen

CHF 19 Millionen

Fonds für Bergbahnen

Editorial

Christophe Darbellay

Widerstandskraft, Innovation und Engagement sind die Schlüsselbegriffe des Jahres 2021.

Eric Bianco

Am Puls der neuen Unternehmen.

Walliser Wirtschaft 2021

6.9%

Wachstum des Walliser BIP

1.8%

Zunahme der Arbeitsplätze 2021

6.3%

Anstieg der Hotelübernachtungen*

* Entwicklung im Vergleich zum Durchschnitt der letzten drei Jahre

Obwohl alles auf ein schwieriges Jahr für die Schweizer und die Walliser Wirtschaft hindeutete, fielen die wirtschaftlichen Ergebnisse weitaus besser aus als erwartet. Das Jahr 2021 war aufgrund der Pandemie weiterhin von Corona-Beschränkungen geprägt. Dennoch gelang es der Schweiz, ab dem dritten Quartal 2021 wieder ein BIP zu erreichen, das mit demjenigen von 2019 vergleichbar ist.

Im Gegensatz zum Jahr 2020 wuchs das Schweizer BIP um 3,5 Prozent. Der Kanton Wallis seinerseits verbuchte gar ein hervorragendes Rechnungsjahr 2021 mit einem realen BIP-Wachstum von 6,9 Prozent. Diese guten Ergebnisse sind auf die Lockerung der Gesundheitsmassnahmen zurückzuführen. Die Hotellerie konnte sich dadurch vorübergehend erholen. Die Wiedereröffnung der Grenzen und die Rückkehr einiger ausländischer Gäste haben die Branche angekurbelt.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie konnte sich 2020 trotz der Krise gut behaupten und wies 2021 den höchsten Anstieg der Wertschöpfung auf. Der Sektor, der unter anderem von Lonza angetrieben wird, verzeichnete ein Wachstum von 40,1 Prozent. Die Investitionsgüterindustrie erholte sich mit einem Wachstum von 13,7 Prozent ebenfalls gut von der Pandemie.

Wie bereits erwähnt, konnte sich der Tourismussektor erholen, trotz des von Gesundheitsbeschränkungen geprägten Jahresbeginns 2021. Im Vergleich zum Jahr 2020 stieg die Zahl der Hotelübernachtungen und der Vermietungen von Unterkünften stark an. Zudem verbrachten Zweitwohnungsbesitzerinnen und -besitzer im Durchschnitt längere Zeit im Wallis und der Immobilienmarkt wurde 2021 stark stimuliert. Die Auswirkungen der Pandemie sind unbestreitbar. Gesundheitsbeschränkungen und die Einführung der Homeoffice-Pflicht zeigten die Grenzen des städtischen Lebens auf. Obwohl es noch schwierig ist, die wirtschaftlichen Auswirkungen einer solchen Veränderung und deren Beständigkeit genau zu bewerten, stehen die Zeichen für die Bergregionen und Tourismusorte insgesamt sehr gut. Schliesslich haben die Reisebeschränkungen den Binnentourismus und den interkantonalen Tourismus stark begünstigt.

Der Arbeitsmarkt entwickelte sich ebenfalls positiv. Mit einem Anstieg der Zahl der Beschäftigten um 1,8 Prozent im Jahr 2021 galt der Kanton Wallis gegenüber dem nationalen Durchschnitt, der eine Zunahme von 1 Prozent verzeichnete, als dynamische Region.

Für 2022 steht die Stabilisierung der epidemiologischen Lage zum Jahresbeginn im Kontrast zu den Auswirkungen des russisch-ukrainischen Konflikts. Die geopolitischen Auswirkungen werden für Europa markant sein. Die wirtschaftlichen Aussichten hängen von der weiteren Entwicklung des Konflikts ab und können je nach Auswirkungen und Folgen für die Lieferketten und die Energiepreise nach unten korrigiert werden. Am Rande des Konflikts herrscht im Wallis, ebenso wie in den meisten westlichen Volkswirtschaften, in fast allen Sektoren eine begrenzte Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, und wir können davon ausgehen, dass der Arbeitsmarkt im Jahr 2022 ausgetrocknet sein wird. Dennoch dürfte die Weltwirtschaft weiterhin expandieren. Die Wachstumsprognose für die Schweiz liegt bei +2,3 Prozent.

Unterstützung von Unternehmen

Pandemie, Unterstützung der Wirtschaftsakteure

Wie bereits im Jahr 2020 setzte Wirtschaftsförderung Wallis ihre Bemühungen bei der Dossierverwaltung im Zusammenhang mit der Entschädigung von Unternehmen infolge der für die Bekämpfung der Pandemie auferlegten Gesundheitsbeschränkungen fort. Seit Beginn der Krise hat der Kanton Wallis über 210 Millionen bezahlt, davon 187,76 Millionen als A-fonds-perdu-Hilfen im Jahr 2021 mittels fünf Hauptmassnahmen. Diese Hilfen haben wesentlich zur Stabilisierung und Sicherung des Fortbestands der Walliser Unternehmen beigetragen. Seit November 2020 haben mehr als 2870 Unternehmen eine A-fonds-perdu-Hilfe erhalten.

Während des gesamten Entschädigungsprozesses konnte Wirtschaftsförderung Wallis auf die volle Unterstützung der Kantonalen Dienststelle für Informatik sowie auf die Leistungen und das Know-how der Firma Proactive SA zählen. Letztere hatte eine umfassende IT-Lösung für die Dossierverwaltung von der Einreichung bis zur Entschädigung entwickelt, die die Bearbeitung der Dossiers erheblich erleichterte.

Covid 30

CHF 51 Millionen

Schliessungen

CHF 125 Millionen

Veranstaltungen

CHF 29 Millionen

Bürgschaften

CHF 12 Millionen

Hilfen bei obligatorischer Schliessung der Betriebe

Im November 2020 schnürte der Kanton Wallis ein erstes Massnahmenpaket für Unternehmen, die zur Eindämmung der Ansteckungen schliessen mussten. Im Jahr 2021 wurde die Unterstützung für Unternehmen stark intensiviert und der Grossteil unserer Mitarbeitenden war damit beschäftigt, die Herausforderungen einer derartigen Situation zu bewältigen. Als treibende Kraft der Unterstützung der Walliser Wirtschaft wurden über 100 Millionen Franken an 1542 Unternehmen verteilt.

 

Hilfen bei Umsatzrückgang

Der Staatsrat war sich der nicht unerheblichen Auswirkungen eines Umsatzrückgangs von mehr als 30 Prozent auf die Wirtschaftsakteure bewusst und beschloss eine Entschädigung für betroffene Unternehmen. Mit dieser Massnahme, mit der der Kanton weiter ging als der Bund, konnten im Jahr 2021 A-fonds-perdu-Beiträge in Höhe von 46,17 Millionen Franken an 445 Unternehmen ausgezahlt werden.

 

Hilfen bei obligatorischer Schliessung von Geschäften

Aufgrund der Schliessung von nicht lebensnotwendigen Geschäften zwischen dem 18. Januar und dem 28. Februar 2021 wurde eine gezielte Hilfe für die Händlerinnen und Händler in unserem Kanton eingeführt. 427 Geschäfte wurden mit einem Betrag von über 8,43 Millionen Franken unterstützt.

 

Härtefallhilfen für die Veranstaltungs-, Reise- und Freizeitbranche

Die Gesundheitsbeschränkungen wirkten sich insbesondere auf die Reise- und Veranstaltungsbranche aus. Aus diesem Grund wurde eine spezifische Hilfe zu deren Unterstützung beschlossen. Die Einführung dieser Hilfe erfolgte in Partnerschaft mit dem Bürgschafts- und Finanzzentrum sowie der Dienststelle für Wirtschaft, Tourismus und Innovation. Im Jahr 2021 wurden 29,83 Millionen A-fonds-perdu-Hilfen an 230 Unternehmen ausgezahlt.

Kantonale Bürgschaften und MEM-Hilfen

Während auf die Einführung der A-fonds-perdu-Hilfe bei Umsatzrückgang gewartet wurde, ging der Staat Wallis in Partnerschaft mit den in unserem Kanton angesiedelten Banken im Frühjahr 2021 eine kantonale Bürgschaft für Kredite ein, die für Unternehmen gesprochen wurden, die mit Liquiditätsproblemen konfrontiert waren. Von dieser Lösung profitierten 48 Unternehmen in Höhe von insgesamt über 8,8 Millionen gewährten Bürgschaften. Später wurde diese Bürgschaftslösung durch die oben erwähnte A-fonds-perdu-Hilfe ersetzt, die eine Reduktion der Verpflichtungen in Form von Bürgschaften auf 15 Unternehmen mit einem Gesamtbetrag von derzeit 2,7 Millionen Franken ermöglichte.

Schliesslich sprach der Staat Wallis eine spezifische Hilfe von 3,8 Millionen Franken für 28 Unternehmen der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM), um sie angesichts des Materialmangels und des Auftragsrückgangs entlasten zu können.

Unterstützung der Unternehmen

Wirtschaftsförderung Wallis erbringt kostenlose Hilfs- und Begleitleistungen für alle Arten von Unternehmen. Je nach Tätigkeitsbereich und Entwicklungsstadium leitet sie Unternehmerinnen und Unternehmer an Geschäftspartnerinnen und -partner oder staatliche Dienststellen weiter, damit Projekte von wirtschaftlicher Bedeutung unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und Umweltstandards umgesetzt werden können. Wirtschaftsförderung Wallis ist die wichtigste Partnerin für Unternehmerinnen und Unternehmer, die innovativ sein wollen, sich weiterentwickeln und sich für das regionale Wirtschaftsgefüge einsetzen möchten.

Walliser Unternehmen

Anzahl bearbeitete Gesuche:

83

Ausserkantonale Unternehmen

Anzahl bearbeitete Gesuche:

48

Unterstützung der Bergfachkräfte

Wirtschaftsförderung Wallis unterstützt auch Bergfachkräfte, indem sie ihnen mit BergPro eine Plattform zur Verfügung stellt, über die sie das Gesuch für die Berufsausübungsbewilligung einreichen können.

Diese in der Schweiz einzigartige Plattform soll das Leben der Bergfachkräfte erleichtern und in Partnerschaft mit der Kantonalen Kommission über das Bergführerwesen und das Anbieten weiterer Risikoaktivitäten die Einhaltung des Gesetzes kontrollieren.

Über diese Website erhält die breite Öffentlichkeit Zugang zu einem Verzeichnis von Fachkräften, die befugt sind, bezahlte Exkursionen wie Kletterkurse, Alpinwanderungen oder Variantenabfahrten durchzuführen.

Im Jahr 2021 wurden 1284 Berufsausübungsbewilligungen ausgestellt, davon 357 für ausländische Staatsangehörige.

Zudem erhielten 105 Skischulen und Bergführerbüros eine Betriebsgenehmigung.

Im Jahr 2021

erteilte Berufsausübungsbewilligungen:

1'284

Im Jahr 2021

erteilte Betriebsgenehmigungen für Skischulen und Bergführerbüros:

105

Innovationsförderung

82

KMU wurden durch die Stiftung The Ark unterstützt

7

Angemeldete Erfindungen

CHF 37

Hebelwirkung der Innovation*

42

Begleitete Start-ups im Jahr 2021

* Hebelwirkung der Innovationsförderung (pro investiertem Franken des Inkubators The Ark)

Von Wirtschaftsförderung Wallis unterstützte Tätigkeitsbereiche

Die Stiftung The Ark ist seit ihrer Gründung 2004 der Motor der Walliser Innovation. The Ark bietet Unternehmen auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Infrastrukturen wie Büroräumlichkeiten oder Labors, begleitet sie in Form von Coachings oder durch die Mitfinanzierung von Innovationsprojekten sowie die Finanzierung von Gutachten und ist somit eine optimale Partnerin für Wirtschaftsförderung Wallis.

Im Laufe des Jahres 2021 profitierten 82 Walliser Unternehmen von einer Innovationsförderung, 20 mehr als im Jahr davor. Dies ist ein positives Zeichen dafür, dass sich die Wirtschaft nach der Pandemie erholt hat.

23% Life Sciences

20% Maschinen und Industrieerzeugnisse

18% IKT

12% Dienstleistungen

12% Energie und Umwelt

8% Digitale Gesundheit

6% eTourismus

1% Landwirtschaft

Finanzhilfen

CHF 168 Millionen

Zahlungsverpflichtungen gegenüber 472 Unternehmen

CHF 25 Millionen

Finanzhilfen (Subventionen/Darlehen)

CHF 25 Millionen

Baugarantien

Gewährte Finanzhilfen 2021

Das Bürgschafts- und Finanzzentrum (CCF AG) gewährte 2021 mehr als 52 Millionen Franken Finanzhilfen in Form von Subventionen, Bürgschaften und/oder direkten Darlehen, davon 27 Millionen Franken für Härtefälle. Hinzu kommen fast 25 Millionen Franken für Baugarantien. Am 31. Dezember 2021 verzeichnete die CCF AG bei 472 Walliser Unternehmen 168 Millionen Franken Zahlungsverpflichtungen, davon 24 Millionen Franken über das Westschweizer Bürgschaftszentrum. Darüber hinaus vergab das Bürgschafts- und Finanzzentrum neben Härtefallhilfen und Baugarantien auch Finanzhilfen in Höhe von 25 Millionen Franken an 62 Unternehmen.

56.2% Bergbahnen

22.0% Tourismus/Beherbergung/Gastronomie

5.6% Handel/Gewerbe/Dienstleistungen

4.2% Energie/Informatik/Technologie

4.1% Bauwesen

2.8% Mechanische und verarbeitende Industrie

1.1% Freizeit/Veranstaltungen

Regional- und Tourismusentwicklung

CHF 3.6 Millionen

Fonds für Tourismusbetriebe

CHF 4.3 Millionen

Fonds für Tourismusinfrastrukturen

CHF 19 Millionen

Fonds für Bergbahnen

Neue Regionalpolitik

Die Neue Regionalpolitik ist ein Finanzinstrument für Unternehmen und das Gemeinwesen mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität der verschiedenen Regionen des Kantons zu verbessern, um Wertschöpfung zu generieren, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten sowie eine dezentrale Besiedelung des Gebietes aufrechtzuerhalten.

Durch Subventionen und zinslose Darlehen beteiligt sich die Neue Regionalpolitik in erster Linie an der Umsetzung von Industrie- und Tourismusprojekten. Speziell im Tourismusbereich ermöglicht die Neue Regionalpolitik die Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen Beherbergungskapazität sowie leistungsfähige regionale Sportinfrastrukturen und Bergbahnen.

Im Jahr 2021 war die Neue Regionalpolitik zudem an der Umsetzung des Projekts Valais/Wallis Film Commission beteiligt. Dessen Ziel besteht darin, Dreharbeiten für audiovisuelle Produktionen ins Wallis zu bringen, indem ihnen technische, organisatorische und finanzielle Unterstützung geboten wird. Dank dieses Instruments, des Vorhandenseins von professionellen Filmkompetenzen und des Reichtums seiner natürlichen Kulissen wird der Kanton Wallis somit zu einem wichtigen Akteur der Filmindustrie.

Hinsichtlich der Finanzierung von touristischen Infrastruktur- und Beherbergungsprojekten beteiligte sich die NRP im Jahr 2021 mit Darlehen in Höhe von 12,3 Millionen Franken an der Finanzierung von 14 Projekten, was einem Investitionsvolumen von 63,9 Millionen Franken entspricht.

Im Vergleich zu 2020 ging die Beteiligung der NRP an der Finanzierung solcher Projekte um 4,8 Millionen Franken zurück, während das Investitionsvolumen um 30,6 Millionen Franken sank.  Obwohl das Wirtschafts- und Investitionsumfeld 2021 gegenüber den Vorjahren rückläufig ist, ist die NRP durch ihren Beitrag zur Finanzierung von Projekten weiterhin eine wichtige Partnerin der touristischen Dynamik im Wallis.

Community

Prix Créateur WKB

Der Prix Créateurs WKB wird gemeinsam von Wirtschaftsförderung Wallis und der Walliser Kantonalbank organisiert und dient dem Zweck, den Unternehmergeist und die unternehmerische Kreativität im Wallis zu fördern.

Valais4you

Das Programm Valais4you entstand aus einer einfachen Feststellung: Das Image des Wallis ausserhalb des Kantons beschränkt sich auf seine touristische Attraktivität und seine Spezialitäten, was die Region zu einer attraktiven Destination für Freizeitaktivitäten macht.

Partner von Wirtschaftsförderung Wallis