Die 2006 in Raron gegründete Lugaia AG hat sich von einem kleinen Start-up in einer Garage zu einem der weltweit führenden Anbieter von flexiblen Containment-Lösungen für die Pharma- und Chemieindustrie entwickelt. Das Unternehmen, das seit seinen Anfängen von der Stiftung The Ark unterstützt wird, ist heute auf den internationalen Märkten präsent und muss neue strategische Entscheidungen hinsichtlich seiner zukünftigen Expansion treffen.
Als Viktor Schnyder vor 20 Jahren in einer Garage in Raron mit der Verarbeitung von plastischen Folien begann, war sein Ziel klar: praktische, maßgeschneiderte Lösungen für Industriekunden zu entwickeln.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich diese Initiative zu einem spezialisierten Produktionsunternehmen mit rund 50 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als CHF 20 Millionen. Lugaia beliefert Pharma- und Chemieunternehmen weltweit mit Containment- und Verpackungssystemen für hochaktive und empfindliche Substanzen.
Die Lösungen des Unternehmens kommen in geschlossenen Umgebungen zum Einsatz, in denen Produktreinheit und Bedienersicherheit von entscheidender Bedeutung sind.
Tätigkeit in einem anspruchsvollen Nischenmarkt
Lugaia konzentriert sich in erster Linie auf den Chemiesektor und weniger auf die Biotechnologie. Seine Systeme ermöglichen den sicheren Umgang mit Substanzen, die später in den Blutkreislauf von Patienten gelangen können, sodass bei den Produktionsprozessen kein Raum für Fehler bleibt.
Rund 40 Prozent des Unternehmensumsatzes werden in der Schweiz erzielt, während etwa 60 Prozent aus Exporten stammen, hauptsächlich nach Europa und in die Vereinigten Staaten. In den Vereinigten Staaten wurde bereits eine Niederlassung gegründet, was die Bedeutung dieses Marktes widerspiegelt.
Weltweit bieten nur wenige Unternehmen komplette Systemlösungen in dieser speziellen Nische an. Lugaia gehört zu den führenden Anbietern in diesem Segment.
Wachstum und Platzmangel in Raron
Lugaia wächst weiter und erweitert derzeit seine Reinraumkapazitäten in seinem Werk in Raron. Dies ist jedoch die letzte mögliche Erweiterung am bestehenden Standort.
Die verfügbaren Industrieflächen werden immer knapper. Derzeit laufen Gespräche mit der Gemeinde über eine mögliche Erweiterung innerhalb des Industriegebiets. „Wenn wir in Raron keine Lösung finden, sind wir gezwungen, an einem anderen Ort zu produzieren. Und heutzutage kommt dafür nur ein Land in Frage: Amerika.“ betont Viktor Schnyder in einem Interview mit der Tageszeitung Walliser Bote.
Diese Situation verdeutlicht ein allgemeines strukturelles Problem für wachstumsstarke Life-Science- und Hightech-Unternehmen: Der Zugang zu skalierbarer industrieller Infrastruktur ist ein entscheidender Faktor für die langfristige regionale Verankerung.
Kontinuität und langfristige Perspektive
Nach zwei Jahrzehnten an der operativen Spitze des Unternehmens hat Viktor Schnyder einen Management-Buy-out durchgeführt. Die Eigentumsverhältnisse wurden auf langjährige Mitglieder der Geschäftsleitung übertragen, wodurch die Kontinuität gewährleistet ist. Er bleibt weiterhin auf Vorstandsebene tätig.
Quelle: Artikel aus dem Walliser Bote vom 15. Februar, verfasst von Martin Kalbermatten
