Das Walliser KMU Studer Innotec mit Sitz in Sitten hat seinen ersten Verkauf in der Ukraine realisiert, wo sein Hybrid-Wechselrichter den Zugang zu Strom trotz eines durch jahrelangen Krieg geschwächten Stromnetzes sicherstellen wird. Dieser Export markiert den Beginn einer Zusammenarbeit in einem Land, das auf die Dezentralisierung seiner Energieversorgung setzt.
Die Beziehung zu diesem ersten ukrainischen Kunden hat sich schrittweise aufgebaut. «Unser International Sales Manager hatte an der Intersolar Munich 2024 einen ersten Kontakt mit diesem Partner, der ein Jahr später zu einem ersten Verkauf führte», erklärt Céline Rémondeulaz, CFO von Studer Innotec.
Das exportierte Gerät, der nx3, ist ein Hybrid-Wechselrichter, der sowohl netzgekoppelt als auch völlig autark betrieben werden kann. «Unser Gerät wechselt dank der Energiespeicherung in Batterien automatisch in den Off-Grid-Modus, wenn das Netz ausfällt», präzisiert sie.
Eine Antwort auf die energetischen Herausforderungen der Ukraine
Der ukrainische Energiekontext macht diese Art von Ausrüstung besonders wertvoll. «Die ukrainischen Stromnetze sind aufgrund des Krieges in Teilen des Landes trotz Wiederaufbauanstrengungen instabil. Es braucht daher einen speziellen Wechselrichter, der unter schwierigen Bedingungen funktioniert, damit die Bevölkerung jederzeit Zugang zu Strom hat», betont Céline Rémondeulaz.
Angesichts der Bombardierungen hat die Ukraine ihr Energiesystem stark dezentralisiert – eine Strategie, die es dem Land bislang ermöglicht hat, widerstandsfähiger zu bleiben. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer haben sich mit Solarpanels und Batterien ausgestattet, doch ohne geeigneten Wechselrichter bleiben diese Installationen bei einem Netzausfall wirkungslos. Dies zeigte auch der Blackout in Spanien im April 2025, bei dem selbst Haushalte mit Solaranlagen ohne Strom waren. «Unsere Kunden wissen, was es bedeutet, keinen Strom zu haben. Sie sind daher bereit, für robuste und zuverlässige Lösungen, die in der Schweiz entwickelt und hergestellt werden, den entsprechenden Preis zu bezahlen.»
Eine globale Herausforderung: die Stabilität der Stromnetze
Der Export in die Ukraine erforderte das Überwinden gewisser Hürden. «Es gibt besondere und aufwendige administrative Verfahren», erklärt Céline Rémondeulaz. Das Walliser KMU kann dabei auf die Expertise von Switzerland Global Enterprise und der SERV zählen, die es bei diesen Exportverfahren unterstützen und bei der Vorbereitung zukünftiger Grossprojekte in verschiedenen Ländern, auch in der Ukraine, begleiten.
Über den ukrainischen Fall hinaus stellt Studer Innotec fest, dass die Zuverlässigkeit der Stromnetze weltweit eine Herausforderung darstellt. Das Walliser Unternehmen, das seit rund vierzig Jahren hochwertige Hybrid-Wechselrichter (Off-/On-Grid) entwickelt und exportiert, hat bereits an Mini-Grid-Projekten mitgewirkt, die Dörfern – insbesondere in Lateinamerika – Strom ohne Anschluss an das nationale Netz ermöglichen. Zudem hat es Industrieanlagen in der Gas-, Öl- oder Telekommunikationsbranche ausgerüstet, die unter allen Umständen betriebsfähig bleiben müssen.
Eine ökologische und resiliente Zukunft aufbauen
Für die Zukunft sind die Perspektiven in der Ukraine vielversprechend. «Wir hoffen, mit dem Verkauf von Produkten für Privatkunden oder in grösserem Massstab in Form von Microgrids für ganze Dörfer zum Wiederaufbau der Ukraine beitragen zu können», sagt Céline Rémondeulaz. «Mit unseren Produkten bauen wir in der Ukraine eine ökologische und resiliente Zukunft auf und ermöglichen allen Menschen, unter allen Umständen Zugang zu Strom zu haben. Studer Innotec ist überzeugt, dass Strom ein wertvolles, teures und begrenztes Gut ist. Wir entwickeln Geräte, die eine völlig autonome Stromversorgung ermöglichen, reparierbar sind und auf eine lange Lebensdauer ausgelegt wurden.»
In einem Land im Wiederaufbau, in dem Strom zu einer Frage des Überlebens und der Entwicklung geworden ist, könnte die Walliser Expertise eine entscheidende Rolle spielen.
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Bildnachweis: Studer Innotec
